Barrierefreier Zugang zur Kirche am 1. Advent eröffnet

Mauerdurchbruch eröffnet einen neuen Weg

RodenbachBarrierefreieKircheEroeffung2016a3Endlich ist es soweit. Der barrierefreie Zugang zur Evangelischen Kirche in Niederrodenbach ist eröffnet. Zum Gottesdienst am 1. Advent konnten die Gottesdienstbesucher den Zugang über die die neue Rampe im nördlichen Kirchgarten zum ersten Mal offiziell nutzen. Bei der Generalprobe zum Martinsspiel am 12. November hatten schon einige junge Familien ausprobiert, wie einfach es nun ist, mit dem Kinderwagen in die Kirche zu kommen.

Das Ehepaar Becker

Das Ehepaar Becker

Am Ende des Gottesdienstes, den Prädikant Bernd Schminke hielt, bedankte sich der geschäftsführende Pfarrer Heinrich Schwarz bei all denen, die durch ihre Anregungen, durch tatkräftige Mitarbeit und ihre Spenden ihren Teil dazu beigetragen haben, diesen schon lange überfälligen Zugang zu ermöglichen. Im Jahr 2010 hatte das Ehepaar Fritz und Emmy Becker in einem Brief an den Kirchenvorstand die Idee eines barrierefreien Zugangs wieder einmal angestoßen. Anlässlich ihrer Eisernen Hochzeit im Mai diesen Jahres hatten sie zudem 2.000 Euro für das Bauvorhaben gesammelt und gespendet. Heinrich Schwarz bedankte sich bei dem anwesenden Ehepaar und sagte auch Dank an alle, die durch ihre großen und kleinen Spenden zur Finanzierung des Projekts beigetragen haben.

Pfarer Heinrich Schwarz bedankt sich bei allen, die an der Realisierung des barrierefreien Zugangs beteiligt waren.

Pfarer Heinrich Schwarz bedankt sich bei allen, die an der Realisierung des barrierefreien Zugangs beteiligt waren.

Die Kosten von rund 90.000 Euro werden gut zur Hälfte durch ein Vermächtnis gedeckt. Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck gibt aus ihrem Inklusionsfonds einen Zuschuss von 18.000 Euro, die restlichen, rund 16.000 Euro werden durch Spenden finanziert. Schwarz betonte, dass ein solches Bauvorhaben nur durch das Zusammenwirken vieler Menschen verwirklicht werden kann. Es braucht Ideengeber, Unterstützer und Menschen, die dann auch anpacken. So dankte er dem Bauausschuss der Kirchengemeinde mit seinem Vorsitzenden Eberhard Wiegelmann und dem Architekten Thomas Henze für die intensive Baubegleitung und allen Handwerkern für ihre gute und zügige Arbeit. Schreiner, Gartenbauer, Schlosser und Elektriker haben dabei ihr handwerkliches Können unter Beweis gestellt. Da es sich bei dem Kirchgarten um historisches Gelände handelt, wurden die Bauarbeiten zudem archäologisch begleitet. Besonders bedeutsame Funde blieben aber erwartungsgemäß aus, da der Boden im vergangenen Jahrhundert schon mehrfach bearbeitet wurde.

RodenbachBarrierefreieKircheEroeffung2016cIn seinem kurzen Dankeswort berichtete Heinrich Schwarz zudem, schon bei der Sanierung der Kirche in den Jahren 1994-1996 sei über die Möglichkeit diskutiert worden, die Kirche auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität besser zugänglich zu machen, doch es kam zu keinem Ergebnis. Selbstkritisch stellte er fest, dass seinerzeit wohl nicht weit genug gedacht wurde. Erst bei den Überlegungen in den letzten sechs Jahren kristallisierte es sich heraus, dass man manchmal auch tatsächlich „Mauern aufbrechen muss, um neue Wege zu ebnen“. Das ist nun gelungen. Links neben der Kirche führt ein in Sandstein gefasster Durchbruch der Kirchgartenmauer über eine leicht geschwungene Rampe zur nördlichen Seitentür der Kirche. Die Rampe ist mit einem Handlauf ausgestattet und hat eine Steigung von sechs Prozent, so dass sie auch mit Kinderwagen, einem Rollator oder Rollstuhl bequem befahrbar ist. Auch alle, für die das Treppensteigen mit Mühen verbunden ist, werden diesen Weg jetzt gerne für ihren Kirchgang nutzen.

Ganz zu Ende gebraucht ist der barrierefreie Zugang aber noch nicht. Es fehlt noch das handgeschmiedete Tor für die Kirchmauer. Es wird erst Mitte Dezember montiert werden können, das zwar schon fertig ist, aber noch feuerverzinkt werden muss. Außerdem ist noch nicht entschieden, welche Lampen den Zugang auch in Dunkelheit begehbar machen sollen.

Nach Segen und Orgelnachspiel zogen die Gottesdienstbesucher über den barrierefreien Zugang aus der Kirche aus und wurden von Prädikant Bernd Schminke am neuen Kirchgartentor verabschiedet.

 

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