Reformationstag 2017

“Ich kann nicht anders!”

…soll Martin Luther der Legende nach im April 1521 vor dem Wormser Reichstag gesagt haben. Er fühlte sich Gottes Wort so verhaftet, dass er den geforderten Widerruf seiner 95 Thesen nicht mit seinem Gewissen hätte vereinbaren können. In seinen Thesen hatte der Wittenberger Theologe fundamentale Kritik an der kirchlichen Praxis geübt. Die Veröffentlichung dieser Schriftstücke gab einen entscheidenden Anstoß zur reformatorischen Bewegung.

Darum gilt der 31. Oktober 1517 als der Beginn der Reformation. An diesem Tag sollen Luthers Thesen an der Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen worden sein. Das 500. Jubiläum dieses (vermutlich nicht historischen) Thesenanschlags steht nun kurz bevor.

Den Höhepunkt des Reformationsjubiläumsjahres feiern wir in Rodenbach mit einem Festgottesdienst. Am 31. Oktober 2017 sind Sie herzlich eingeladen, um 14 Uhr in die Evangelische Kirche Niederrodenbach zu kommen! Hier gibt es gleich noch ein zweites Jubiläum zu würdigen: 100 Jahre diakonische Pflege in Rodenbach!

Bild6Beide Anlässe zusammen machen deutlich, dass es beim Reformationsjubiläum nicht darum geht, den Theologen Martin Luther zu feiern! Wir feiern vielmehr die Nähe zu Gott, die uns durch die Einsichten der verschiedenen Reformatoren zugänglicher geworden ist. Sie drückt sich auch in unserer Glaubenspraxis aus – zum Beispiel im Umsorgen hilfsbedürftiger Menschen.

Gott ist kein strafender Herrscher, dessen Gnade wir uns teuer erkaufen müssen. Gott ist der Inbegriff der Liebe. Allein dadurch, dass wir an ihn glauben, erfahren wir seine Zuwendung und Barmherzigkeit – ohne dafür eine Leistung erbringen zu müssen.

Wenn wir das erkannt haben, so war Martin Luther der Überzeugung, drängt uns der Glaube dazu, Gottes Liebe zu leben. Die guten Werke der Menschen sind dann keine Bedingung, um von Gott angenommen zu werden. Sie sind eine Folge des tiefen Glaubens, schon längst von Gott angenommen und geliebt zu sein. Wenn ich auf Gottes Liebe vertraue, kann ich also gar nicht anders, als selbst liebevoll zu anderen zu sein.

Pfarrerin Lisa Henningsen

Pfarrerin Lisa Henningsen

Dieses Vertrauen auf Gottes Zuwendung wünsche ich uns allen! Damit auch wir sagen können: „Ich kann nicht anders – als Gott zu danken und zu loben, als meinen Nächsten zu lieben und mich selbst, als einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, dass Gottes Barmherzigkeit in der Welt erkennbar wird!“

Ihre
Pfarrerin Lisa Henningsen

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